Campact

Man schrieb das Jahr 1998 und die USA wurden politisch durch die Lewinsky-Affäre gelähmt. Sachlich konnten die Republikaner Bill Clinton nicht ans Leder, also wurde das Tête-a-Hanche in einem uner­träglichem Maße benutzt und ausgebreitet. Zum Vergleich: Die 9/11-Kommission, die die Anschläge des 11. September auf das World-Trade-Center untersuchte, bekam einen Etat von 15 Millionen Dollar. "Für die "Wahrheitsfindung" in Clintons Lewinsky-Skandal wurden seinerzeit 70 Mio. investiert."[1]

Es gab nicht wenige Menschen in den USA, die diese lähmenden Intrigen um private Angelegenheiten beenden wollten. So wurde die Online-Plattform MoveOn gegründet. Diese verlieh 250.000 Menschen eine selbst für Politker einer indirekten Demokratie eine hörbare Stimme. Unter dem Slogan "Move on – let’s talk about politics again." wurde eine Rückbesinnung auf wichtigen Inhalte gefordert. Mittlerweile gibt MoveOn die Anzahl der Mitglieder mit 3 Millionen an. Diese Mitglieder engagieren sich in zahlreichen politische Angelegenheiten und verzeichnen diverse Erfolge.

Nach diesem Vorbild wurde Campact gegründet. Leitmotive von Campact sind unter anderem:

  • Die Einführung von Volksentscheide auf Bundesebene | Telepolis
  • Transparenz über Nebeneinkünfte von Abgeordneten | Telepolis
  • Gegen ein Comeback der Atomenergie | Wikipedia
  • Für Alternativen zur Erhöhung der Mehrwertsteuer | Link
  • Gegen Softwarepatente | SoftwarePatente.com
  • Gegen die Käfighaltung von Hühnern | Bild
  • Für eine friedliche Lösung des Iran-Konflikts | Süddeutsche
  • Gegen Gentechnik in der Landwirtschaft | Telepolis
  • [2]

Die Vorteile der Online-Plattform sind unverkennbar. So kann man sich schnell informieren, kann sich auch bei bestimmten Themen enthalten und bekommt als Service der Plattform den direkten Draht zu seinem Bundestagsabgeordneten. Vorgefertigte Schreiben unterstützen beim öffentlichen Lobbying. Gleichzeitig wird man auf dem neuesten Stand der Entwicklungen gehalten und bekommt auch Feedback für Aktionen, für die man sich besonders interessiert.

Wer nicht weiß, welcher sein Bundestagsabgeordneter ist, der mag auf dieser Seite einfach mal nach Hans Scholl suchen.

Eine weitere interessante Sache sind im übrigen die "E-Petitionen" die man an den deutschen Bundestag richten kann. Wenn sich genügend Unterstützer finden, dann gehts los z.B. in Angelegenheiten wie "Straßenverkehrsordnung: Kreisverkehr", "Solidaritätszuschlag: Abschaffung" oder "Netzzugang: Abschaffung von Online-Einwahlgebühren".
Und hier kommt der Link...

[1] Mathias Bröckers, "Harry Plotter und die Teppichmesser des Schreckens", Telepolis
[2] www.campact.de, "Über campact", Campact