Zur EM 2008: Nachgetreten

Anlässlich des Starts einer Tour durch Frankreich möchte ich doch gerne mal etwas stänkern. Im Zusammenhang mit der Tour de France hat man ja in den letzten Jahren doch ein größeres Maß an medizinischem Halbwissen aufgebaut, als einem das als Sportler lieb ist. Dass das Doping im Radsport Vergangenheit sein soll, darüber kann man als halbwegs vernunftbegabter Zeitgenosse ja nur müde lachen, krächzen, die Augen verdrehen, sich angeekelt abwenden.

Doch zurück zum Nachtreten, warum sollte es im Fußball anders sein? Im Fußball steckt mehr Geld, mehr Prestige, mehr Mehr.

Die Süddeutsche hat Guus Hiddink schon in das schlechte Licht gestellt, dass hier verstrahlt wird - und damit die Koreaner, die Australier und zuletzt eben die Russen.
Schaut man nach Italien, so wird teilweise von flächendeckendem Doping im Fußball gesprochen.
In Spanien sind 59 von 200 Fuentes Kunden enthüllt worden. Fuentes restliche 5 Laptops wurden vorsichtshalber nicht durchsucht - aus Angst was man hätte finden können. Mit dem entsprechenden Fitnessgrad wäre es zwar immer noch schöner One-Touch-Football (4. Absatz), aber leider kein bewundernswerter Fußball mehr. Soviel zum Europameister 2008.

In Deutschland beim Vize-Europameister gibt es ein paar Fälle von verhindetem Haarwachstum und Herrn Neururer, der von vor 20 Jahren erzählt. Da fragt man sich, ob die Deutschen weniger oder klüger dopen, aber wahrscheinlich läuft das eben überall auf der Welt irgendwo zwischen "Schön blöd wer es nicht tut und noch blöder wer sich dabei erwischen lässt." Da bekommt das berühmte Hans Zach-Zitat "Wille schlägt Talent" eine etwas unschöne Dimension.

So genug nachgetreten - in gar nicht so langer Zeit kann man hier mit Speeren werfen oder mit Kugeln stoßen oder den Nachbarn untertauchen. Wer sich den Quatsch (letzter Absatz) anschaut, der kann ja mal von den neuesten Dopingfällen erzählen.